Mit einer vierteiligen Film- und Gesprächsreihe erinnert der Bezirk Tempelhof-Schöneberg an das Leben und Wirken des Filmregisseurs und LGBTIQ+-Aktivisten Rosa von Praunheim. Seine Filme haben die gesellschaftliche Debatte über Homosexualität, Sichtbarkeit und Selbstbestimmung über Jahrzehnte geprägt und immer wieder bewusst provoziert.
Zum Auftakt wird am Donnerstag, 1. Oktober 2026, sein wohl bekanntestes Werk „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ aus dem Jahr 1970 gezeigt. Der Film wurde zu einem wichtigen Impuls für die schwule Emanzipationsbewegung in der Bundesrepublik und steht bis heute für die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen jener Zeit.
Im Anschluss spricht Christelle Gebhardt, Geschäftsführerin der Lesbenberatung Berlin, über Unterschiede und Gemeinsamkeiten damaliger und heutiger Erfahrungen sowie über einen gegenwärtigen Blick aus Perspektive der Lesbenberatung.
Für uns als LSU Berlin gehört die Auseinandersetzung mit der Geschichte der queeren Emanzipationsbewegung zur politischen Erinnerungskultur. Rosa von Praunheim hat Debatten angestoßen, Widerspruch ausgehalten und damit Sichtbarkeit geschaffen. Auch dort, wo seine Positionen kontrovers diskutiert wurden, hat er gesellschaftliche Veränderung eingefordert und ermöglicht.
🎟️ Der Eintritt ist frei und keine Anmeldung erforderlich.
🔗 Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Filmreihe auf der Website des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg.
Am 3. Oktober möchten wir gemeinsam mit euch den Tag der Deutschen Einheit in entspannter Atmosphäre begehen. Dazu laden wir herzlich zu unserem Einheitsfrühstück der LSU Berlin ein.
Freut euch auf einen leckeren Brunch, gute Gespräche und die Gelegenheit zum Austausch in geselliger Runde. Hinweis: Alle Getränke auf Selbstzahlerbasis (https://www.dein-alex.de/berlin-am-alex/getraenkekarte).
Da die Platzzahl begrenzt ist, bitten wir um eine verbindliche Anmeldung bis zum 25. September 2026. Es folgt eine Bestätigung zur Teilnahme. Sollte trotz Bestätigung eine Teilnahme nicht möglich sein, so erbitten wir eine kurze Information, damit wir Wartelistenplätze aufrücken lassen können.
An diesem Sonntag erinnert Berlin am Mahnmal „Gleis 17“ am Bahnhof Grunewald an den Beginn der nationalsozialistischen Deportationen von Juden aus unserer Stadt vor 85 Jahren. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 12 Uhr. Am 18. Oktober 1941 verließ von hier der erste Berliner „Osttransport“ mit mehr als 1.000 jüdischen Kindern, Frauen und Männern in Richtung Litzmannstadt (Łódź). In den folgenden Jahren wurden mehr als 50.000 Berliner Juden deportiert und viele von ihnen ermordet. Das Mahnmal „Gleis 17“ erinnert heute an die von der Deutschen Reichsbahn durchgeführten Deportationen.
Die Gedenkrede hält der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Stephan Harbarth. Weitere Beiträge kommen unter anderem vom israelischen Botschafter Ron Prosor und vom Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer. Zum Abschluss werden weiße Rosen niedergelegt.
Für uns als LSU Berlin ist die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus Teil unserer historischen und politischen Verantwortung. Jüdisches Leben gehört zu Berlin. Antisemitismus, Menschenfeindlichkeit und das Infragestellen der Würde jedes einzelnen Menschen dürfen in unserer Stadt keinen Platz haben.
Auch Mitglieder des Landesvorstandes der LSU Berlin werden an der Gedenkveranstaltung teilnehmen und gemeinsam mit den weiteren Teilnehmern der Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und Deportationen gedenken.
Informationen zur Gedenkveranstaltung sind auf der Webseite der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas verfügbar.
Die Filmreihe zum Leben und Wirken Rosa von Praunheims wird am Donnerstag, 5. November 2026, mit „New York Memories“ aus dem Jahr 2010 fortgesetzt.
In dem Film blickt Rosa von Praunheim auf New York und auf Menschen zurück, die sein Leben und seine Arbeit über viele Jahre geprägt haben. Persönliche Erinnerungen verbinden sich dabei mit einem Blick auf gesellschaftliche Veränderungen, queere Lebenswelten und eine Stadt, die für ihn lange ein zentraler Bezugspunkt war.
Im Anschluss an die Vorführung spricht Oliver Sechting, Mitwirkender des Films und Witwer Rosa von Praunheims, mit Christos Acrivulis, einem damaligen Weggefährten. Im Mittelpunkt stehen persönliche Erfahrungen, gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen an Rosa von Praunheim.
Gerade diese persönlichen Perspektiven machen deutlich, dass politische und gesellschaftliche Veränderung nicht nur aus Programmen und Institutionen entsteht. Sie lebt auch von Menschen, die sichtbar werden, Debatten anstoßen und über Jahrzehnte Haltung zeigen. Rosa von Praunheim war einer dieser Menschen.
🎟️ Der Eintritt ist frei und keine Anmeldung erforderlich.
🔗 Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Filmreihe auf der Website des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg.
Die LSU Berlin lädt zum offenen Stammtisch ein.
Abweichungen vorbehalten/Getränke und Essen auf Selbstzahlerbasis
Am Donnerstag, 3. Dezember 2026, setzt das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg seine Filmreihe zum Leben und Wirken Rosa von Praunheims mit dem Film „Tote Schwule, lebende Lesben“ aus dem Jahr 2008 fort.
Der Film widmet sich dem Verhältnis zwischen schwuler und lesbischer Bewegung und nimmt unterschiedliche Erfahrungen, Entwicklungen und Perspektiven innerhalb der queeren Community in den Blick.
Im Anschluss sprechen Manuela Kay, Verlegerin der SIEGESSÄULE und des L-MAG, sowie die Kulturvermittlerin Mahide Lein über die Wirkung des Films, die damaligen Debatten und die Frage, welche Aktualität seine Themen heute noch besitzen.
Für die LSU Berlin ist dieser Blick auf die Geschichte besonders wertvoll. Queere Emanzipation war nie ein geradliniger Prozess. Sie war geprägt von unterschiedlichen Erfahrungen, kontroversen Debatten und dem gemeinsamen Einsatz für Freiheit, Anerkennung und gleiche Rechte. Gerade deshalb lohnt es sich, auch die Spannungen und Diskussionen innerhalb der Community nicht auszublenden.
🎟️ Der Eintritt ist frei und keine Anmeldung erforderlich.
🔗 Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Filmreihe auf der Website des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg.
Am Donnerstag, 17. Dezember 2026, jährt sich der Tod Rosa von Praunheims zum ersten Mal. Aus diesem Anlass findet im Rathaus Schöneberg der abschließende Abend der vierteiligen Film- und Gesprächsreihe zu seinem Leben und Wirken statt.
Gezeigt wird „Satanische Sau“ aus dem Jahr 2025. Im Anschluss an die Vorführung findet eine moderierte Diskussion mit dem Publikum statt. Dabei soll Raum sein, persönliche Eindrücke zu schildern, Gedanken auszutauschen und über Rosa von Praunheim, sein Werk und die Entwicklung der queeren Community zu sprechen.
Rosa von Praunheim gehörte zu den prägenden Stimmen der deutschen queeren Bewegung. Er provozierte, widersprach, stellte unbequeme Fragen und zwang damit Gesellschaft und Community immer wieder zur Auseinandersetzung. Nicht jede seiner Positionen musste geteilt werden, aber sein Beitrag zu Sichtbarkeit, gesellschaftlicher Debatte und queerer Emanzipation bleibt.
Für uns als LSU Berlin ist sein erster Todestag daher ein Anlass zum Erinnern und zum Weiterdenken. Freiheit und gesellschaftliche Akzeptanz sind keine Selbstverständlichkeit. Sie wurden von Menschen erstritten, die bereit waren, öffentlich Haltung zu zeigen und auch Konflikte auszuhalten.
🎟️ Der Eintritt ist frei und keine Anmeldung erforderlich.
🔗 Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Filmreihe auf der Website des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg.